Aus der grössten Krise ihrer Karriere machen die The Black Keys ihr mutigstes Album. „No Rain, No Flowers“ ist kein Rückzug, sondern ein Neuanfang.

The Black Keys haben ein schwieriges Jahr hinter sich. 2024 brach ihre grosse Nordamerika-Arena-Tour spektakulär zusammen. Kaum verkaufte Tickets, überzogene Preise, und ein Management, das Termine in Hallen plante, die es so gar nicht gab. Schlagzeuger Patrick Carney bringt es auf den Punkt: „Wir haben uns verarschen lassen.“ Die Folge: Tour gecancelt, Management gefeuert.

Aus diesem Scherbenhaufen entstand „No Rain, No Flowers“ und es ist genau das, was der Titel verspricht: ein Aufbruch. Der Sound hat sich weiterentwickelt. Statt Blues-Punk gibt’s eleganten Alternativ-Pop, gewürzt mit Soul, Funk und Disco-Elementen. Produziert wurde das Album in Dan Auerbachs Easy Eye Sound Studio in Nashville, unterstützt von Schwergewichten wie Rick Nowels, Daniel Tashian und Scott Storch.

Musikalisch überzeugt die Platte mit Wärme und Groove. Der Titelsong „No Rain, No Flowers“ klingt wie ein optimistisches Statement. „The Night Before“ und „Neon Moon“ sind eingängige Ohrwürmer, die dennoch Substanz haben. Ja, die kantige Rauheit der frühen Tage fehlt etwas. Doch dafür bekommt man ausgefeilte Melodien und eine neue emotionale Tiefe.

Die Kritiken sind geteilt: Manche sehen zu viel Glätte, andere loben den Mut zur Veränderung. Fakt ist: The Black Keys wagen einen Neuanfang – und der funktioniert.

„No Rain, No Flowers“ ist kein lauter Knall, sondern ein klares Bekenntnis zu Veränderung. Ein erwachsenes, vielseitiges Album, das die Geschichte einer Band erzählt, die gestürzt ist und stärker zurückkommt.

8/10