Ah, die unverwüstlichen Foo Fighters. Erst Undergroundhelden, dann DIE Alternative Rock Ikonen und nun schon fast sowas wie „Dad Rock“. Doch nach wie vor füllen sie die grössten Hallen mit ihrem unprätentiösen Schweinerock zwischen Punk Wurzeln und Pop Flair. Was also können wir von ihrem zwölften Album „Your Favorite Toy“ erwarten?
Das Albumcover legt schon die Richtung vor mit seiner DIY Ästhetik des 70er/80er Jahre Punk. Bisschen Papier, Schere und der verlässliche Uhu Stick und fertig ist das Teil. So brettert die Musik denn auch gleich los. Hochenergetischen Punkrock gibt es als Doppelsalvo in den ersten zwei Songs. Erst dann wird das Tempo und die Lautstärke zurückgefahren. Apropos, warum ist die Snare Drum so dermassen laut abgemischt? Bei aller nachvollziehbarer Absicht zum wüsten Gedresche, das ist doch eher störend.
Dave Grohl’s Wunsch, mit jedem legendären Musiker einmal auf der Bühne gestanden zu haben, wurde in den letzten Jahren immer offensichtlicher. Sei dies Jimmy Page und John Paul Jones, Alex Lifeson und Geddy Lee von Rush, Paul McCartney oder Paul Stanley von Kiss… Besonders beeinflusst zu haben scheint ihn aber Josh Homme. Die Songs sind bei aller ansprechender Energie melodisch eher unspektakulär. Doch sobald wirklich spannende Akkordfolgen aufblitzen wie im Titelstück und in „If You Only Knew“, erinnern die gleich an Joshs Werkzeugkiste für die Queens of the Stone Age.
„Spit Shine“ sticht ebenfalls positiv heraus. Hier glaubt man, einen vergessen gegangenen Outtake von Nirvanas „In Utero“ Platte zu hören. Lustig ist auch das Drumintro zu „Unconditional“, welches von The Cures „Close to Me“ abgeguckt zu sein scheint. Ob Absicht oder Zufall, amüsant ist dies so oder so. Doch diese viel zu laute Snare… arrrgh…..!
Der beste Song kommt zu Schluss. „Asking for a Friend“ gefällt mit flirrendem Gitarrenintro (evtl eine 12saitige?) und dynamischen Schlenkern, süffigen Melodien und atmosphärischen Wechseln ökonomisch verpackt in knapp viereinhalb Minuten.
Überhaupt ist das Album recht kurz. Mit aufgerundet 37 Minuten Spielzeit sind wir wieder zurück bei der Punk Ästhetik. Nix da mit Doppelalbum und gross gemeinter Epik. Haudrauf und gut ist. Und das steht den Foo Foghters eben doch am besten.
Alt(ernative) Rock 7/10
Marc Flury






