Ohne grosses Promo Tamtam erschien dieser Tage posthum Chris Cornells fünfte Soloplatte. Ein variantenreiches Coveralbum ist es geworden. Wer schwere Riffs und Rockgeschrei erwartet, dürfte sich wundern.

In seiner Solokarriere widmete sich Cornell immer eher den ruhigen und introspektiven Tönen. So schafft er in «Patience» ganz leicht, was Guns’n’Roses mit ihrer Originalversion versucht haben. Es scheint ihm aber gar nicht darum zu gehen, Klassiker neu zu interpretieren. Das Album wirkt vielmehr wie ein entspanntes Labour of Love. Er nimmt Princes «Nothing Compares 2 U» oder John Lennons «Watching the Wheels» und verpasst ihnen leichtfüssige, auf ihn selbst zugeschnittene Arrangements, weil er die Songs offenbar schlicht mag. Nur gerade in «You Don’t Know Nothing About Love» blitzt die Soundgarden-Schwermut von «Blow Up the Outside World» oder «Black Hole Sun» auf.

Er sei laut seiner Ehefrau Vicky ganz hibbelig gewesen, diese Songs der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und da sich die Verantwortlichen für die Veröffentlichung Zeit liessen und keine grosse Werbetrommel rührten, kann von Leichenfledderei also keine Rede sein.

Covers im Singer/Songwriter-Gewand 10/10

Marc Flury

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