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TRICKY - Adrian Thaws
publiziert: Freitag, 31. Okt 2014 / 00:00 Uhr

Nach «False Idols» hielt man eine Steigerung von Tricky's Schaffen für unmöglich - er war im Olymp angekommen. Doch da baut Tricky mit «Adrian Thaws» kurzerhand seinen eigenen Olymp. Da hat keiner was zu suchen, da schafft man's nicht rauf. Und wenn, dann kommt man ned rein.

Ein Jahr nach dem letzten Meilenstein setzt Tricky - so mir nichts dir nichts - einen verdammten Monolith in die Gegend. Mit der Wucht eines Kometeneinschlags werden dem Umfeld tiefe Risse in der Bodenstruktur zugefügt und gnadenlos die Grenzen aufgezeigt.

Tricky tut alles, was keiner erwartet. Wie zum Beispiel im Backstage des Gurtenfestivals nach der Show beschissenen heissen Schwarztee zu trinken und alleine rumzueiern. Wenn man ihn anspricht, starrt er einen an, als ob man gerade gefragt hätte, ob er Haddaway sei.

Dieser introvertierte kleine Kerl mit Wischmob auf dem Kopf ist eines der grössten Genies, das je Zugang zu menschlichen Lauschlappen hatte. Und einmal mehr reiht der King Of Freaks in Rekordzeit eine Ausnahmenummer nach der anderen auf ein einziges Album. Für diese Qualitätsdichte bräuchte Billy Idol 20 Jahre.

Man glaubt je länger desto mehr, dass Untergrundhymnen wie "Lonnie Listen" oder "Nicotine Love" im schwarzen Loch entstehen. Irgendwo, wo niemand weiss, wie man reinkommt, geschweige denn raus - und wo zur Hölle das Scheissding überhaupt ist. Der einzige, der den Zulassung-Code dazu hat, ist ein Künstler von der dunklen Seite des Mondes namens Adrian Thaws.

Bewertung: 14 Thermoskannen heissen Schwarztee. Pro Tag. Ein Lebenlang. Nur für Tricky. Ganz alleine.

Sascha Plecic

(piratenradio.ch/)

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