publiziert: Donnerstag, 16. Feb 2012 / 00:00 Uhr
«Wenn du jung bist, willst du cool sein. Deshalb machst du experimentelle, komische Musik. Aber ich denke, für uns ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, keinen Unfug mehr zu machen» schreibt Johnny Lloyd, Sänger der Tribes, auf ihrer Homepage. «Ich realisierte, dass es keinen Sinn macht, in einer Band zu sein, wenn du nicht ein einer lebensverändernden Band bist.» Für solch prägnante Statements ist er berühmt und berüchtigt.
So verriet er gegenüber dem NME: «Wir brauchen kein MySpace, um Erfolg zu haben.» Stattdessen bezahlten sie ihren Kumpels ein paar Bier, damit sie ganz London mit Postern ihrer Gigs übersähen. Und der Erfolg gibt Lloyd Recht: Tribes konnten noch im Gründungsjahr eine Session in den legendären Maida Vale Studios für den Radiosender BBC One und den NME einspielen. Die Erfolgswelle der Band scheint auch in diesem Jahr nicht abzuebben. Ihr simpel betiteltes Debütalbum «Baby» erhielt bisher durchwegs gute Kritiken; ihr Glam-Grunge, ein verzerrter Bastard aus Pixies und den Smashing Pumpkins, passt perfekt ins 90er-Jahre-Revival, das gerade mächtig an die Tür poltert. Auf die Tanzflächen wollen die Tribes nicht damit; «We Were Children» eignet sich zum Beheulen der zu Ende gegangenen Kindheit, «Nightdrive» für verzweifelte Autofahrten, nachdem die Freundin Schluss gemacht hat, «Alone Or With Friends» zum Trinken - ob alleine oder mit Freunden, ist egal. Solange Tribes den Soundtrack dazu liefern, passt's.
Bewertung: 5 von 6
Wer das mag, mag auch: Pavement «Crooked Rain, Crooked Rain», Back Box Revelation «My Perception», Big Talk «Big Talk»
Aus dem Rockstar Magazine
(piratenradio.ch/RCKSTR)