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SUEDE - Night Thoughts
publiziert: Mittwoch, 24. Feb 2016 / 11:12 Uhr

Suede scheuten nie das Drama. «Night Thoughts» soll denn auch als Gesamtwerk verstanden werden, inklusive begleitenden Film. Die Themen sind so Nebensächlichkeiten wie Leben, Tod, Liebe, Ängste und Verzweiflung. Grosses Theater also, und es funktioniert.

Englische Rockmusik ist für seine Exzentrik bekannt. Suede setzen mit ihrem neuen Album gleich noch einen drauf. Die Songs sind hymnisch angelegt, zittern und klagen mit und von  Vorstadtnervösität. Sänger Brett Anderson versteckt sich nicht hinter britischer Coolness. Es müssen Geschichten erzählt, Verluste verarbeitet und Sinne gefunden werden. Dazu passen die cinemaskopische Produktion, die lamentierenden Streicher, die weitgezogenen Refrains. Es sei kein Konzeptalbum, sagt Anderson. Er wünscht sich aber, dass das Album als Ganzes gehört wird. Unabgelenkt sich darin verlierend. Wie früher, als gar keiner überhaupt auf die Idee kam, auf sowas hinweisen zu müssen.

Dies fällt leicht. Denn trotz der pathetisch erscheinenden Prämisse besteht «Night Thoughts» nicht aus existentalistischem oder gar sperrigem Klanggemüse, sondern aus 12 eingängigen Songs. Eingängig im guten Sinne. Nämlich nicht gefällig, sondern meisterhaft komponiert und ausgeführt. Ja es wird auch kitschig hie und da, doch ist das eine unabdingbare Zutat in der hier inszenierten Exzentrik. Nicht weiter verwunderlich schimmert stellenweise ein Hauch englischen 70er Glamrocks hindurch. Verweise zu Bowie oder Eno sind leicht auszumachen, was natürlich für Suede spricht. «Night Thoughts» ist moderne und relevante Popmusik. Kein Spektakel, doch tut es gerade bei all den in der Populärkunst gedankenlos rumgeworfenen Superlativen und Hypes und Sensationen auch mal wohl, einfach eine richtig gute Platte zu hören.

8/10

Marc Flury

(piratenradio.ch/)

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