Lo-Fi
KEjNU - Centillion
publiziert: Montag, 28. Apr 2014 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Montag, 28. Apr 2014 / 11:20 Uhr

Waren Doppelalben zu den goldenen Zeiten des Vinyls noch gang und gäbe, hat ihnen das CD-Format weitgehend den Garaus gemacht. Schon eher überraschend also, dass uns die Zürcher Kejnu gleich mit 20 Songs verteilt auf zwei Silberlingen versorgen. Darauf findet sich nichts geringeres, als die Vertonung von Liebe, Tod und Universum.

Kejnu, das ist vor allem Nuél Schoch. Der Mann ist Sänger, Songwriter, Produzent, Mischer und auch bildender Künstler. Er gestaltet jegliches Auftreten der Band wie Albumcover, Plakate, Flyer oder Websites selber. «Centillion» ist je nach Zählsystem eine Eins mit sechshundert oder dreihundert Nullen. Eine ganz anständig grosse Zahl also. Ähnlich schwierig wie diese Zahl, ist auch das Album zu fassen. Es bewegt sich irgendwo zwischen Noise, Electro, Lo-Fi und einer anständigen Portion Pop. Zwar finden sich hier und da potentielle neue Lieblingssongs, wie das fluffige «Boxus Hood», das vielschichtige, ganz und gar wunderbare «Taciturn» oder auch «Mountaineers», welches an die frühen Placebo erinnert.

Was allerdings sollen wir nur mit einer hypnotischen, jedoch wenig inspirierten Kiffer-Nummer à la «The Droning» anfangen? Sie schön rauchen vielleicht? Was mit dem einfach nur gähnend langweiligen Akustik-Schlusspunkt «Duiker»? Am besten darüber hinweghören! Denn «Centillion» ist über weite strecken spannend, facettenreich und angenehm kratzig. Nur vielleicht eine Spur zu überambitioniert und vor allem zu lang geraten. Eigentlich wenig überraschend bei dem Albumtitel, oder?!

Bewertung: 7/10

LIVE: 10.5.2014, Plaza Zürich

Kaspar Hunziker

(piratenradio.ch/)

?
Facebook
SMS
SMS
Wolf Alice
Konzerte 90er Indie  «Stadion Rock» in your Face! Dirty Wolf Alice treffen auf snobby Zürich und bringen mal wieder ein wenig Bescheidenheit in die Stadt. Wir empfehlen: Hingehen bevor die Band zu gross ist. mehr lesen  
Chamber-Funk  Wenn das Debütalbum eines angepriesenen Genies floppt, was passiert dann? Laura Mvula ... mehr lesen
Indierock  Nehmen wir es gleich vorweg: «Masterpiece» ist nicht mehr und nicht weniger als eben ... mehr lesen  
Ausserordentliche Popkunst  Indieelektropop bedeutet für nicht wenige eine Schlaftablettenmarke. Doch das Klischee des gefälligen ... mehr lesen  
Unprätentiöser Poprock  Polly Jean Harvey nannte sich einst unpolitisch, weil sie es sich zugestand, zuwenig zu wissen. Nun veröffentlicht sie nach «Let England Shake» ... mehr lesen  

Livestream

Play
PlayerEQ

Now Playing

timer

Playlist

timer

SHOP

 

17431880-2424252117431880-24242521
17431880-2424252117431880-24242521
17431880-2424252117431880-24242521