Genre-Mischmasch
JAMIE T - Carry On The Grudge
publiziert: Donnerstag, 30. Okt 2014 / 00:00 Uhr

Der bleiche Junge mit den schiefen Zähnen meldet sich aus der Versenkung! Nach fünf Jahren kehrt Jamie T mit einer neuen Platte zurück. Für diese holte er sich sogar Hilfe von Damon Albarn. Hat's genützt?

Wieder einmal ein richtiger Bub aus der Arbeiterklasse und schon jubeln sie auf der Insel, egal ob für Sport oder Musik. Aufgewachsen in Wimbledon, liess sich Jamie T. aber nicht von Tennis-Matches beeindrucken. Eher packte ihn die Musik, die er alsbald erfolgreich für seinen Lebensverdienst nutzen konnte. Vergleiche zu Mike Skinner (The Streets) oder Damon Albarn (Blur, Gorillaz) blieben nicht lange fern: Die Mischung aus Hip-Hop-Samples, Dub, Rock und Pop half ihm schnell, das Königreich zu erobern.

Doch der Ruhm wurde zu viel, es folgte die übliche Story: Drogen, Gewalt, Absturz. Der junge Musiker verschwand nach seinem umjubelten Album "Kings and Queens" ausgebrannt vom Bildschirm. Fünf Jahre später dann die Rückkehr. Für diese holte er sich Tipps, unter anderem beim ebengenannten Albarn. Nun gut, vielleicht hätte er sich jemand anderen aussuchen sollen: Die Solo-Platte des ehemaligen Blur-Fronters war ja nicht gerade Gelbe vom Ei, wenngleich die Grossartigkeit seiner Gorillaz-Zeiten durch die einzigartige Stimme spürbar war.

Bei Jamie T. lässt sich ein ähnliches Fazit ziehn: "Carry On The Grudge" ist keine schlechte Platte. Es wechseln sich catchig-groovige Songs ab mit fast schon Singer-Songwriter-Stücken ab, wobei diese ruhigen Pop-Schnulzen (leider) ein wenig überwiegen. Seit wann sind wir hier denn plötzlich bei den fucking Fleet Foxes meets Coldplay? Zum Glück biegt der Brite aber immer wieder auf die Mike Skinner-Strasse zurück und rettet sich gekonnt mit tanzbaren Hip-Hop-Flitzern in eine stabile Wertung.

Bewertung: 8/10

Stoph Ruckli

(piratenradio.ch/)

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