Psychedelic Monster Boogie
FAI BABA - Savage Dreamer
publiziert: Dienstag, 9. Sep 2014 / 00:00 Uhr

Der Zürcher Thin White Dude veröffentlicht am 19. September sein neues Album «The Savage Dreamer». Es ist ein grosser Wurf geworden und mit das Beste, was in den letzten Jahren hierzulande geschaffen wurde. Ein Kaleidoskop aus Soul, Rock, Psychedelia und ein bisschen Blues.

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Konzerte an renommierten Stätten wie der Kilbi Bad Bonn und dem Paléo Festival, Auslandtourneen in Belgien, Frankreich und England: Es ist höchste Zeit, dass der «Geheimtipp» endlich würdige Beachtung findet. «The Savage Dreamer» ist nämlich bereits das vierte Album in vier Jahren. Eingespielt hat es Fai Baba mit seinen langjährigen Weggefährten Franck Mottier und Lukas Müller. Verstärkung kommt mit Gitarrist und Produzent Björn Magnusson und weiteren Gästen.

Souveränes Beherrschen verschiedener Stilmittel ist eine Sache. Wie aber die Band daraus ein so kohärentes und eigenständiges Album auf diesem Niveau zu präsentieren vermag, das überzeugt vollends. Schon das kammermusikalische Eröffnungsstück «The Savage Dream» gewinnt durch kontrollierte Inbrunst. Das folgende «You Love Like Animal» stapft erst wie ein lüsternes Viech auf uns zu, bezirzt und umgarnt sogleich mit Fai Babas eindringlicher Stimme, um zum Ende hin triumphierend davonzutrotten. «Not That Simple» leiht sich an die B-52's auf Doo-Wopp Pfaden an. «Boogaloo» verteilt auf Stimme, Gitarre und Bass schalkhafte und höchst abenteuerliche Harmonien.

Die Single «Salt Turns Into Sugar» ist eine countryeske Perle für Radiosender mit Anspruch, «Life Is A Bliss» ein zerbrochener Funk mit Trickfilmchören. Und mit «New York City» wütet der Höhepunkt des Albums: eine elegische, rauskotzende Traumaverarbeitung als - im guten Sinne - überlanger Jam. Da werden flirrende, mäandrierende und verstörende Bilder heraufbeschworen, die den Künstler in seiner Erinnerung an die Stadt plagen und des Publikums Empathie erwecken. Abschliessen tut dieses feine Album «Long Gone» mit seiner fantastischen Hookline und seinem geradlinigen Velvet Underground Vibe, übertüncht von Syd Barrett'schen Lärmeskapaden.

Bewertung: 10/10

LIVE: 25.9.2014, Bogen F Zürich

Marc Flury


(piratenradio.ch/)

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